In Menschen

Smart new home?

Wir besitzen seit wenigen Tagen einen Saugroboter. Er ist in etwa so praktisch wie eine Waschmaschine oder ein Geschirrspüler: Ich schalte ihn ein und kann mich meinem Tagewerk zuwenden. Im Unterschied zu einem zweibeinigen Staubsauger macht Roberta ohne Meckern sauber. Weil sie einfach gestrickt und blind ist, arbeitet sie zwar etwas planlos, aber das tun viele Menschen schließlich auch.

Hingegen gibt es Saugroboter, die besitzen Rundum-Kameras; wieder andere lassen sich über Apps steuern. Sie sind also irgendwie internetfähig. Ich stelle mir vor, wie diese dann den Vertrieb des Herstellers genau über meine Verhaltensweisen informieren; sie kennen den Grundriss meiner Wohnung, die Einrichtung, Gegenstände, die dort zu finden sind sowie meine persönlichen Daten. Wäre es dann nicht nett, wenn Roberta mir am 6. Februar mit ihrem Computerstimmchen ein munteres „Happy Birthday“ trällerte? Denn die Roboterin kann sprechen: Sie macht mich darauf aufmerksam, wenn der Staubkasten voll ist oder die Bürsten gereinigt werden müssen. Oder wenn sie sich irgendwo festfährt. Dann macht sie ein weibisch-weinerliches „Uuuuuuuuh“. Auch sehr menschlich.

Lästig wäre allerdings, wenn mir Roberta Angebote aufs Display schicken oder sie mich vollquatschen würde. So könnte sie mir eine Bügelstation anpreisen. Denn da Roberta regelmäßig rapportiert, weiß das Unternehmen natürlich, dass ein solches Gerät in meinem Haushalt fehlt. Die Dinger kosten schlappe 1000 Euro, doch bügeln sie leider nicht von alleine.

Das ist allerdings nichts gegen die Vorstellung, dass so ein Smartie auch eine Einladung für Hacker darstellt. Folgende Nachricht könnte mich erreichen: „Überweisen Sie sofort 10.000 Euro auf untenstehendes Konto, anderenfalls wird Ihre Wohnung im Staub versinken und Sie an einer Staublunge sterben!“  – spricht das Gerät und pufft drohend ein hässliches schwarzes Wölkchen in die Lüftung meines Rechners …

Schönes neues Heim? Wir haben’s ja so gewollt.

Kommentare

  1. Hehe, genau darüber sprach ich vor ein paar Tagen mit meinem Partner. Er, der Technikbegeisterte, fand die Idee super und scheiterte nur an der Frage, wie das Ding die Treppe rauf und runter kommen soll. Ich, die Paranoide, stellte mir sofort die ganzen Ausspäh-, Überwachungs- und Repressionsmöglichkeiten vor, je mehr Sensoren und gespeicherte Daten einem solchen Gerät zur Verfügung ständen. Ich glaube, bis so ein Teil hier einzieht, dauert es noch eine längere Weile 😉
    viele Grüße
    Lea

  2. Liebe Lea, Treppen kann Roberta Blanka nicht, und sie macht auch respektvoll davor Halt. Sie kapiert allerdings unsere Ausgangstürschwelle nicht – sie will unbedingt rüber und sich zu Tode stürzen. Gibt’s depressive Saugroboter?!

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