In Menschen, Sprache

Dompnuudle mit Bääreschnitz

Wörter, die niemand schreibt, Teil 4

Haben Sie das schon einmal gegessen? Ich auch nicht. Gemeinhin isst man in der Kurpfalz Dampfnudeln (Hefeklöße, die langsam im Topf bei geschlossenem Deckel gebacken werden, bis sie eine schöne salzige Kruste haben) mit Vanille- oder Weinsoße.

Aufgeschnappt habe ich diese neue Kombination in unserem Minimarkt am Rathaus, mittwochs am Dampfnudeltag. Ich arbeite dort stundenweise; es macht Spaß und ich komme unter die Leute. Man bekommt dort eine ganze Menge – frisches Obst, Gemüse, Fleisch aus einer Hofschlachtung, Pflanzen und Blumen, Honig, und was es nicht gibt, bestellen wir. Es herrscht reger Austausch über das Geschehen im Dorf; Rezepte und Zubereitungsarten werden ebenfalls lebhaft diskutiert, und ich spitze die Ohren.

So erzählte eine ältere Dame, dass sie ihre Dompnuudle mit „Bääreschnitz“ zu sich nehme. „Was für Beeren denn?“ wollte ich wissen. „Ha, Birnen, eingelegte Birnenschnitze!“, wurde mir erklärt. Ach so! Auch, wenn ich mich mit allen dialektalen Wassern der Kurpfalz gewaschen fühle – das war mir nicht geläufig. Wir Mannheimer sagen „Bänne“, lassen das „r“ aus, sprechen aber immerhin noch das „n“ mit!

Update vom Mittwoch drauf: Eine Kundin verriet, dass sie ihre Dampfnudeln mit Butter und Marmelade zu sich nehme. Und ihr Mann mit – Lewwerworschd (Leberwurst). Wieder was gelernt.

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