In Sprache

“Ich hab mal gemodelt”

(Aus der neuen Reihe “Aberwitzige Anglizismen”)

Klingt das nicht herrlich weltläufig, nach Schönheit, Luxus, Christian Dior und Pierre Lacroix? Und wenn’s auch nur für die Boutique in der Ortsstraße war …

Die Betonung liegt allerdings auf „es klingt“. Denn geschrieben sieht das Ganze reichlich doof aus. Gemodelt! In unserer Region ist man „angemoddelt“, wenn man 1. in nicht sonderlich zusammenpassende Klamotten gewandet ist, oder 2., wenn man, wie jetzt im Winter, so viel anhat, dass man aussieht wie jene Werbe-Ikone auf dem Bild.

Also, meine Damen und Herren Ex- und Models! Lasst Euch was anderes einfallen, Eure Tätigkeit zu beschreiben. Denn auch ein „Model“ bezeichnet im Deutschen eine Hohlform, z. B. für Ton, Gips, Wachs oder Gebäck. Und wer mag sich damit schon identifizieren? Mein Vorschlag: Das gute alte Wort “Modell”. Ist ein bisschen 50-er, aber hatten denn nicht Bleistiftabsätze und enge Röcke einfach Klasse?


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