In Sprache

Wörter, die niemand schreibt, Teil 3: Des is nix

Die Rhein-Neckar-Region, aus der ich stamme, ist berühmt und gefürchtet für ihren Dialekt. Man kennt ihn spätestens seit Klaus Schlappner, Joy Fleming und Helmut Kohl. Und auch, wenn es unterschiedliche Ausprägungen gibt, hat er doch eine ähnliche Basis. Man versteht sich also, ganz gleich, ob aus Heidelberg, Mannheim oder Ludwigshafen, aus der „Pfalz“ (das umfasst die Vorderpfalz, die Hinterpfalz und die gesamte Weinstraße), dem hessischen oder baden-württembergischen Odenwald oder von der Bergstraße. Gefürchtet ist er von all denjenigen, die ihn nicht verstehen.

Heute geht es um nix. Beziehungsweise die Wendung „des is nix“. Ahnen Sie, was gemeint ist? Des is nix ist in etwa die uralte kurpfälzische und wunderbar lapidare Form des von mir gehassten neudeutschen „Das geht ja gaaaar nicht.“ Ein Beispiel dafür ist das Sitzen im Biergarten unter einem aufgespannten Riesensonnenschirm, wenn es weder regnet, noch die Sonne scheint, sondern die Luft gerade abgekühlt hat. Nur unterm Schirm wird die Hitze weiterhin schön konserviert. Des is nix, oder?

Das „Nix“ gibt es außerdem in einem niedlichen Deminutiv, nämlich in der Wendung „E goldenes Nixel(e) un e silbernes Warteweilche“. Wie es in der Praxis angewendet wird, sehen Sie hier im Beitrag einer befreundeten Bloggerin.

Und dann noch was in eigener Sache. Ich erhalte immer wieder persönliche Zuschriften, wie schön mein Blog sei. Das ist toll. Gleichzeitig frage ich mich, warum ich mir eine teure Kommentarfunktion zugelegt habe, die auch noch DSG-VO-konform ist, und niemand nutzt sie. Des is aa nix.

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